Sortiment

Obstbrände

Ein Obstbrand entsteht ausschließlich aus vergorenen Früchten. Aromen, Farbstoffe und zugesetzter Alkohol sind nicht erlaubt – was Sie riechen und schmecken, kommt aus der Frucht.

Birnen und Kirschen neben einem kleinen Verkostungsglas auf heller Steinfläche

Definition

Was einen Obstbrand ausmacht

Was sich Obstbrand nennen darf, regelt die EU-Spirituosenverordnung genau (Verordnung (EU) 2019/787, Anhang I, Kategorie 9). Die wichtigsten Punkte:

  • Ausgangsstoff sind frische, fleischige Früchte oder ihr Most, auch Beeren. Sie werden vergoren und anschließend destilliert – mit oder ohne Steine.
  • Destilliert wird zu weniger als 86 % vol, damit Aroma und Geschmack der Frucht erhalten bleiben.
  • Im Glas hat ein Obstbrand mindestens 37,5 % vol.
  • Aromen, Farbstoffe und zusätzlicher Alkohol sind nicht erlaubt. Nur Brände, die mindestens ein Jahr im Holz gereift sind, dürfen mit Zuckerkulör farblich angepasst werden.
  • Zur Abrundung des Geschmacks dürfen höchstens 18 Gramm Zucker je Liter enthalten sein.

Etikett

Woran Sie einen Obstbrand erkennen

Auf dem Etikett steht die rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung. Bei Obstbränden sind das:

  • „…brand“ mit dem Namen der Frucht, etwa Zwetschgenbrand oder Birnenbrand,
  • „…wasser“, etwa Kirschwasser oder Zwetschgenwasser,
  • Kurzformen wie Kirsch, Zwetschge oder Mirabelle,
  • Williams – nur, wenn der Brand ausschließlich aus Birnen der Sorte Williams stammt,
  • Obstler, wenn die Maische zu mindestens 85 % aus Äpfeln, Birnen oder beidem besteht.

Steht dagegen „…geist“ oder nur „Spirituose“ auf der Flasche, handelt es sich um eine andere Kategorie. Den Unterschied zum Geist erklären wir hier.

Sorten

Bekannte Obstbrände und ihr Geschmack

Wie ein Brand schmeckt, hängt von Fruchtsorte, Reife, Gärung und Brennweise ab. Die Beschreibungen nennen typische Merkmale – keine Garantie für jede Flasche.

Typische Obstbrände
SorteTypisch in Duft und GeschmackPasst gut zu
Williams-Christ-Birne Intensiv nach reifer, saftiger Birne Nach dem Essen, zu Birnendesserts
Zwetschge Fruchtig-würzig, oft mit feiner Marzipannote vom Stein Zwetschgenkuchen und herbstlichen Desserts
Kirsche (Kirschwasser) Klar und fruchtig, mit Bittermandelnote aus dem Kern Schokolade, Kirschdesserts, Käsefondue
Mirabelle Weich und mild, nach gelber Pflaume und Honig Als Digestif, zu Obstkuchen
Quitte Blumig und parfümiert, eher selten Als besonderes Geschenk für Kenner
Apfel Je nach Sorte frisch-säuerlich bis reif und rund Apfeldesserts und Käse

Kernobst und Steinobst

Warum Kirsch­wasser nach Mandel schmeckt

Brände aus Kernobst wie Birne, Apfel oder Quitte schmecken meist rein fruchtig. Bei Steinobst wie Kirsche, Zwetschge, Mirabelle oder Aprikose kommen oft Noten von Marzipan oder Bittermandel hinzu. Sie stammen aus den Steinen, die je nach Brennerei mit vergoren werden oder nicht.

Damit diese Note nicht zu stark wird, begrenzt die Spirituosenverordnung den Gehalt an Blausäure in Steinobstbränden auf 7 Gramm je Hektoliter reinen Alkohols.

Herstellung

Vom Obst zum Brand

  1. Ernte und Auslese

    Nur vollreifes, gesundes Obst kommt in die Maische. Faule Früchte würden Fehltöne verursachen.

  2. Gärung

    Die zerkleinerten Früchte gären über mehrere Wochen; Hefen machen aus Fruchtzucker Alkohol.

  3. Brennen

    Beim Destillieren trennt die Brennerin oder der Brenner den Vorlauf mit leicht flüchtigen, unerwünschten Stoffen und den Nachlauf ab. Nur der Mittellauf wird zum Brand.

  4. Ruhen und Herabsetzen

    Nach einer Ruhezeit wird der Brand mit Wasser auf Trinkstärke gebracht und abgefüllt.

Genießen

So kommt das Aroma zur Geltung

16 bis 18 °C

Obstbrand nicht eiskalt servieren. Kälte betäubt die Aromen, zu warm tritt der Alkohol in den Vordergrund.

Ein kleines Tulpenglas

Ein Glas mit Stiel, das sich nach oben verjüngt, bündelt den Duft. Ein Wasserglas lässt ihn entweichen.

Zwei Zentiliter

Eine kleine Menge genügt. Erst riechen, dann in kleinen Schlucken probieren – ein Glas Wasser dazu hilft.

Obstbrände von ALLMANG

Die ersten Brände sind in Vor­bereitung

Sorte, Alkoholgehalt, Füllmenge, Preis und eine Verkostungsnotiz stehen hier, sobald sie feststehen. Möchten Sie es als Erste erfahren?

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Häufige Fragen

Wie lange ist Obstbrand haltbar?

Ungeöffnet hält sich Obstbrand dank seines hohen Alkoholgehalts nahezu unbegrenzt. Lagern Sie die Flasche aufrecht, dunkel und bei gleichmäßiger Temperatur. Geöffnet bleibt er lange genießbar; ist die Flasche nur noch teilweise gefüllt, verliert er über die Jahre an Aroma.

Muss Obstbrand eiskalt getrunken werden?

Nein. Eiskalt verliert ein Obstbrand einen großen Teil seines Aromas. Ideal sind etwa 16 bis 18 °C – also etwas kühler als ein warmes Wohnzimmer.

Was ist der Unterschied zwischen Obstbrand und Obstler?

Obstler ist ein Obstbrand, dessen Maische zu mindestens 85 Prozent aus Äpfeln, Birnen oder beidem besteht. Ein sortenreiner Brand wie Williams oder Kirschwasser stammt dagegen aus einer einzigen Fruchtart.

Enthält Obstbrand Zucker?

Er darf zur Abrundung des Geschmacks leicht gesüßt werden, aber höchstens mit 18 Gramm je Liter. Ein Likör enthält dagegen mindestens 100 Gramm Zucker je Liter.

Ist Kirschwasser dasselbe wie Kirschbrand?

„…wasser“ ist eine traditionelle Bezeichnung für Obstbrand, die die Spirituosenverordnung ausdrücklich erlaubt. Kirschwasser ist also ein Kirschbrand – mit Wasser im üblichen Sinn hat der Name nichts zu tun.