Kurz beantwortet
Bei Mitarbeitergeschenken sind Anlass und Art der Zuwendung entscheidend. Sachgeschenke zu einem besonderen persönlichen Ereignis können bis 60 Euro einschließlich Umsatzsteuer als Aufmerksamkeit außerhalb des Arbeitslohns bleiben. Daneben gilt für bestimmte Sachbezüge eine Freigrenze von insgesamt 50 Euro im Kalendermonat. Weihnachten und ein Firmenjubiläum sind keine persönlichen Ereignisse. Prüfen Sie bestehende Leistungen und die Dokumentation mit der Lohnbuchhaltung, bevor Sie ein Geschenk zusagen.
Rechtsstand: Oktober 2026, Deutschland. Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ist keine Steuerberatung. Die konkrete lohnsteuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung muss Ihre Lohnbuchhaltung oder Steuerberatung prüfen.
Mitarbeitende oder Geschäftsfreunde: Warum ist das wichtig?
Ein Geschenk an eigene Beschäftigte steht im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis. Hier geht es insbesondere darum, ob Arbeitslohn entsteht. Bei Geschenken an Geschäftsfreunde betrifft die 50-Euro-Grenze nach § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 1 EStG dagegen den Betriebsausgabenabzug je Empfänger und Wirtschaftsjahr. Das sind unterschiedliche Regelungen, obwohl derselbe Betrag vorkommt.
Für Kundinnen, Kunden und Geschäftspartner lesen Sie Kundengeschenke zu Weihnachten. Vermischen Sie deren Empfängerlisten und steuerliche Behandlung nicht mit den Zuwendungen an Beschäftigte.
Wann gilt die Aufmerksamkeit bis 60 Euro?
R 19.6 Absatz 1 der Lohnsteuer-Richtlinien beschreibt übliche Sachzuwendungen bis 60 Euro aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses der beschäftigten Person oder eines in ihrem Haushalt lebenden Angehörigen. Beispiele sind Geburtstag, Hochzeit oder Geburt eines Kindes. Der Wert wird einschließlich Umsatzsteuer betrachtet. Geldgeschenke gehören auch bei kleinen Beträgen zum Arbeitslohn.
Die 60 Euro sind eine Freigrenze, kein pauschaler Freibetrag pro Geschenk: Bei Überschreitung lässt sich nicht einfach der Betrag darüber als einziger steuerpflichtiger Anteil behandeln. Mehrere Bestandteile derselben Aufmerksamkeit sind zusammen zu betrachten. Dokumentieren Sie den Anlass; ein allgemeines Dankeschön für gute Arbeit genügt für diese Regel nicht.
Wie funktioniert der monatliche Sachbezug?
Nach § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG bleiben entsprechend bewertete Sachbezüge außer Ansatz, wenn ihre Vorteile nach Anrechnung gezahlter Entgelte insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen. Berücksichtigen Sie alle einschlägigen Leistungen dieses Monats. Nicht ausgeschöpfte Beträge sind kein Guthaben für Folgemonate. Wird die Grenze überschritten, ist sie kein anteiliger Freibetrag.
Bei Gutscheinen und Geldkarten gelten zusätzliche Bedingungen: Sie müssen als Sachbezug einzuordnen sein, die gesetzlichen Kriterien erfüllen und zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Eine nachträgliche Erstattung eines privat gekauften Geschenks ist nicht einfach dasselbe wie ein Sachgeschenk.
| Fall | Betrag | Wichtige Voraussetzung |
|---|---|---|
| Persönliche Aufmerksamkeit | Bis 60 € einschließlich Umsatzsteuer | Sachzuwendung zu besonderem persönlichem Ereignis; kein Geldgeschenk. |
| Monatlicher Sachbezug | Insgesamt bis 50 € pro Kalendermonat | Alle einschlägigen Sachbezüge zusammen betrachten; Sondervorgaben für Gutscheine beachten. |
| Betriebsveranstaltung | 110 € Freibetrag pro teilnehmender beschäftigter Person | Nur unter den Voraussetzungen des § 19 EStG, für bis zu zwei Veranstaltungen jährlich. |
Was gilt für Weihnachten, Jubiläum und Ruhestand?
- Weihnachten: Kein besonderes persönliches Ereignis im Sinne der Aufmerksamkeit. Ein Sachgeschenk kann gegebenenfalls in den noch verfügbaren monatlichen Sachbezug passen; eine allgemeine Weihnachtsbefreiung gibt es nicht.
- Firmenjubiläum: Ein Anlass des Unternehmens, nicht automatisch ein persönlicher Anlass aller Beschäftigten. Ein individuelles Dienstjubiläum ist davon zu unterscheiden und gesondert einzuordnen.
- Ruhestand: Persönliche Verabschiedung, Sachgeschenk und mögliche Feier getrennt erfassen. Ob und welche Begünstigung greift, hängt vom konkreten Vorgang ab; größere Abschiedsgeschenke sind nicht allein wegen des Ruhestands steuerfrei.
Was ist bei einer Betriebsfeier zu beachten?
Eine Weihnachts- oder Jubiläumsfeier kann eine Betriebsveranstaltung sein. § 19 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1a EStG sieht unter anderem einen Freibetrag von 110 Euro je teilnehmender beschäftigter Person für bis zu zwei Veranstaltungen jährlich vor, wenn die Teilnahme allen Angehörigen des Betriebs oder Betriebsteils offensteht. Einzurechnen sind die relevanten Aufwendungen einschließlich Umsatzsteuer; Begleitpersonen und Geschenke können die Zuordnung beeinflussen. Ein Geschenk auf der Feier erhält dadurch nicht automatisch eine zusätzliche unabhängige Freigrenze.
Was sollten Sie festhalten?
- Name der empfangenden Person, Datum der Übergabe und konkreter Anlass.
- Art und Wert der Zuwendung einschließlich Umsatzsteuer, Rechnung und Bestandteile des Pakets.
- Weitere einschlägige Sachbezüge im selben Monat und die angewandte Regel.
- Freigabe durch die zuständige Stelle und gegebenenfalls Einordnung im Rahmen einer Veranstaltung.
Klären Sie Grenzfälle vor der Bestellung. Wertgrenzen erlauben keine Rückschlüsse darauf, ob ein Geschenk nach internen Annahmeregeln zulässig oder persönlich willkommen ist.
Welche Geschenke sind angemessen?
Ein Buch zum Interesse der Person, Kaffee, Tee oder eine persönlich geschriebene Karte können genauso passend sein wie eine Flasche. Alkoholische Geschenke sollten nur für Erwachsene vorgesehen werden, deren Vorliebe bekannt ist. Niemand sollte Gründe für eine alkoholfreie Wahl offenlegen müssen. Bieten Sie eine gleichwertige Alternative und beachten Sie Allergien, betriebliche Regeln sowie die Regeln öffentlicher Arbeitgeber.
Bei einer Flasche helfen Auswahlkriterien für Spirituosen als Geschenk. Möglichkeiten der Gestaltung beschreibt Firmenpräsente. Die ersten ALLMANG-Produkte sind in Vorbereitung; konkrete Sorten, Preise und Lieferbedingungen stehen damit noch nicht fest.
Häufige Fragen
Sind Weihnachtsgeschenke bis 60 Euro steuerfrei?
Nicht allein wegen Weihnachten. Die Aufmerksamkeit nach R 19.6 setzt ein besonderes persönliches Ereignis voraus. Für Weihnachtsgeschenke kann gegebenenfalls die monatliche Sachbezugsfreigrenze relevant sein; bestehende Leistungen zählen mit.
Sind die 50 Euro ein Jahresbetrag?
Bei den hier beschriebenen Mitarbeitersachbezügen gilt die Grenze je Kalendermonat. Die 50-Euro-Grenze für Geschenke an Geschäftsfreunde betrifft dagegen eine andere Regel und das Wirtschaftsjahr.
Darf ein Geldgeschenk als Aufmerksamkeit behandelt werden?
Nein. Geldzuwendungen gehören nach R 19.6 auch bei geringem Wert zum Arbeitslohn. Bei Gutscheinen ist die gesetzliche Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug zu prüfen.